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Eine Form ist per einfacher Definition ein festgelegter Bewegungsablauf ob allein oder mit einem Partner, ob mit Waffe oder an der Holzpuppe. Manche Formen sind sehr kurz, manche sehr lang, manche komplex, manche (vermeintlich) einfach, manche spektakulär, manche nur schwer zu durchschauen ;-)

Formen bestehen aus einzelnen Techniken die aneinandergereiht Angriffe und Verteidigungen simulieren um damit Kombinationen, Angriffsstrategien, stiltypische Konzepte und Bewegungen zu vermitteln.

Auch rein wettkampforientierte Sportarten wie Turnen oder Eiskunstlauf kennen die Form, d.h. hier werden festgelegte Elemente dargestellt und bewertet. Formen sind in fast allen Kampfkunstarten vertreten. Man sieht sie im Taekwondo, Karate, Tai Chi Chuan, in manchen Thai Box Systemen und natürlich besonders intensiv im Kung Fu.

Ziele des Formtrainings:

Der offizielle Ausbildungsteil des Seven-Star Mantis Kung Fu nach Grossmeister Lee Kam Wing umfasst 41 Handformen, 26 Waffenformen und vier Partner-Handformen und 12 Partner-Waffenformen. Dies erscheint viel und es kann die berechtigte Frage gestellt werden, warum es so viele Formen gibt?

1. Manche Formen sind aufgrund der Zusammenarbeit mit der Chinwoo Schule in unser System eingebettet worden.

2. Manche Formen sind grundlegend aufbauend und dienen praktisch als Vorbereitung für schwierigere Elemente und Formen. So ist die Ha Fu Gau Tsa sicherlich einfacher als die Mui Fa Low Kuen (braune Schärpe).

3. Die relativ hohe Anzahl läßt auch darauf schließen, dass allein das Erlernen der Formen ein hohes Maß an Durchhaltevermögen und eine intensive Hingabe zum Stil bedarf. Das Lernen als Prüfung.

4. Manche Formen sind in der Vergangenheit genutzt worden um Menschen schnell kampffähig zu machen, siehe die erste Stockform Luk Hap Quan.

 

Copyright Nicolai Schild © 2011

Kategorie: Wissenswertes
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